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Der Trend zum Kaiserschnitt und seine Folgen fürs Kind

Bei meinem letzten Termin mit meinem Gynäkologen kam die Frage auf, ob ich schon wisse, wie ich gebären will. Für mich war dies keine Frage und somit kam es wie aus der Pistole geschossen, dass ich normal gebären will. Im Nachhinein habe ich mir dann auch Gedanken darüber gemacht, wieso ich diesen Wunsch überhaupt hegte. Und so kam es, dass ich mich etwas genauer damit befassen wollte.

Während der Schwangerschaft ist der im Mutterleib heranwachsende Fetus normalerweise keimfrei. Bei der Geburt kommt das Neugeborene das erste Mal in Kontakt mit Mikroorganismen aus der Umwelt. Diese Mikroorganismen versuchen die inneren und äusseren Körperoberflächen des Neugeborenen zu besiedeln. Bei der natürlichen Geburt stammen diese Mikroorganismen überwiegend von der Mikrobiota der Mutter, die während des Geburtvorgangs auf das Neugeborene übertragen werden. Damit es im Gastrointestinaltrakt des Kleinkinds zu einer kontrollierten mikrobiellen Besiedlung kommt, hat die Natur vorgesorgt. Denn beim Stillen des Kindes werden reichlich Antikörper gegen die mütterlichen Keime übermittelt, welche dies verhindern.1

Bei Kaiserschnittgeburten, nicht gestillten Kindern («Flaschenkindern») und Frühchen ist die frühkindliche Besiedlung durch Mikroorganismen in stärkerem Ausmass vom Keimmilieu der Umgebung (Spitalstation, neonatologische Intensivstation, Haut und Speichel der Eltern, …) abhängig. Aus mikroökonomischer Sicht ist eine frühkindliche Besiedlung mit Spitalkeimen unerwünscht, da diese Stämme oftmals Träger von multiplen Antibiotika-Resistenzen oder sogar von Virulenzmerkmalen (krankmachende Wirkung) sind.1

Ausserdem neigen mit Muttermilch gestillte Kinder in den frühen Lebensjahren weniger zu Infektionen als nicht gestillte Kinder, die nach der Geburt nur Flaschenmilch bekommen haben.1

Kaiserschnitt oder natürliche Geburt

Was spricht für eine normale Geburt?

Da gibt es einige Vorteile, die vor allem die Mutter miteinschliessen. Zum Beispiel ist die Erholungszeit (psychisch wie physisch) nach der Geburt viel kürzer.2 Zudem verhelfen die Hormone schneller und einfacher zum erfolgreichen Stillen und fördern die Mutter-Kind-Verbindung.3-5

Es gibt auch viele Vorteile, die sich vor allem auf das Baby beziehen. Diese wären unter anderem eine Verbesserung des längerfristigen Wachstums, der Gesundheit und der Entwicklung des Babys im Vergleich zu einer Kaiserschnittgeburt.6-9 Des Weiteren führt eine normale Geburt zur Stärkung der Körpersysteme (z.B. die Atmung3, die Temperaturregulation10 und noch einiges mehr) des Babys, um mit dem Wechsel vom Mutterleib zur Aussenwelt fertig zu werden.

Für viele Frauen zählt aber auch einfach das Erlebnis zu einer Erfahrung, die sie gerne mit ihrem Partner erleben möchten, um so auch das neue Leben willkommen zu heissen.

Bei der Geburt meines Kleinen im Februar dieses Jahres, konnte ich mir ein wenig beide Seiten anschauen. Ich habe lange Zeit versucht, mein Kind normal zu gebären. Zum Schluss mussten wir jedoch auch auf einen Kaiserschnitt zurückgreifen, um unser Kind zur Welt zu bringen. Ich war im Nachhinein sehr dankbar, dass wir diese Möglichkeit überhaupt hatten und ich mein Kind gesund zur Welt bringen konnte. Jedoch war ich schon sehr neidisch auf meine Zimmerpartnerin, die nach einer normalen Geburt sofort wieder laufen und duschen konnte. Ich, mit meinem Kaiserschnitt, hatte da deutlich länger, um mich wieder normal bewegen zu können und richtig für mein Kind da zu sein.

Referenzen: 1) Schulze J. et al., Probiotika (2008). 2) RCOG et al. (2012). 3) Lagercrantz et al. (1986). 4) Tronick et al., (2009). 5) Carter et al., (2008). 6) MacKay et al., (2010). 7) Hyde et al., (2012). 8) Cardwell et al., (2008). 9) Huy et al., (2012). 10) Pearce et al., (2004).

Autor: F. H.
Erstellt: 20.07.2022

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